Christian Becker, Jahrgang 1972, stammt aus Krefeld, dem Epizentrum der deutschen Krawattenindustrie. Acht von zehn Krawatten deutscher Fertigung kommen aus dieser dynamischen Binder-Metropole am linken Rheinufer – und Becker wusste schon als Kind, dass er damit auf gar keinen Fall auch nur das Geringste zu tun haben wollte. Nach dem Abitur studierte er eine Weile Betriebswirtschaft an der Uni Siegen, um dann endlich hinauszuziehen in eine Welt, in der Krawatten praktisch nicht vorkommen: Die Welt der Filmproduktion.
Becker begann 1994 ein Produktions-Studium an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film (HFF). Von Anfang an hielt er sich nicht nur damit auf, geflissentlich den Vorlesungen seiner Dozenten zuzuhören – Becker wollte produzieren, wollte Filme herstellen, und das tat er dann auch. In der rund 35jährigen Geschichte der Münchner HFF gibt es keinen Studenten, der mehr Hochschul-Filme mit Produzenten-Credit gemacht hat als Christian Becker. Als wäre das nicht schon genug, bildete er sich in der freien Filmwirtschaft als Researcher, als Aufnahmeleiter-Assistent, als Aufnahmeleiter, als Produktionsleiter, als Produzent und als Co-Produzent weiter.
Nur vier Monate nach Beginn des Studiums gründete Becker bereits seine erste Produktionsfirma, die Vide Filmproduktion GbR, und weitere zwei Jahre später war er Geschäftsführer der Indigo Filmproduktion GmbH, die er 1997 mit Thomas Häberle gegründet hatte. Fast gleichzeitig gründeten Häberle und Becker die Becker & Häberle Filmproduktion in Beckers Heimatstadt Krefeld, und von dort aus produzierte man junge, schnelle und innovative deutsche Kinofilme wie „BANG BOOM BANG“ von Peter Thorwarth. Ohne Krawattenzwang.
Im August 2000 gründeten und führten Becker und Häberle ihre Produktionsfirmen unter das Dach der F.A.M.E. AG, die anschließend in die Börsennotierung am Neuen Markt ging. Becker nutzte die neuen Möglichkeiten, die sich durch diesen Schritt ergaben, und sammelte eine Reihe von jungen Drehbuch- und Regie-Talenten um sich, darunter Dennis Gansel, Stefan Holtz, Yasemin und Nesrin Samdereli, Sebastian Niemann, Alexander M. Rümelin, Christof Weigold, Matthias Dinter und Martin Ritzenhoff.
Becker produzierte in dieser Phase unter anderem Thorwarths zweiten Kinofilm „WAS NICHT PASST WIRD PASSEND“ gemacht, Niemanns internationalen Kino-Thriller „7 DAYS TO LIVE“, den ProSieben-Erfolgsfilm „RATTEN- SIE WERDEN DICH KRIEGEN“ und das preisgekrönte Fernsehspiel „DAS PHANTOM“.
Als die börsennotierte F.A.M.E. AG gegen Ende 2001 im Zuge des auf dem Neuen Markt wütenden Crashs ins Wanken geriet, übernahmen die Krawattenträger der AG die Initiative und beschlossen, nach der Aufgabe des Lizenzhandels auch die Filmproduktion einzustellen. Damit war für Becker klar, dass er weiterziehen musste...
Anfang 2002 gründete er mit der Constantin Film AG und alten Weggefährten die WESTSIDE Filmproduktion GmbH (Krefeld) sowie RAT PACK Filmproduktion GmbH (München), die bereits im ersten Jahr ihres Bestehens das TV-Event-Movie „DAS JESUS VIDEO“ sowie die TV-Komödien „KUBANER KÜSSEN BESSER“ und „ALLES GETÜRKT“ herstellte.
Im Jahre 2004 stieg Becker dann mit dem Geschäftsführer der DVDFABRIK Phil Friederichs ins DVD-Geschäft ein und gründete die TURBINE MEDIEN GmbH, die sich auf liebevoll herausgebrachte Backkatalog DVDs wie u.a. die Dieter Hallervorden-, Kalkofes Mattscheibe- oder Adolf Winkelmann-Collection spezialisiert.
Weitere ausgewählte Becker-Produktionen während der letzten Jahre waren „DER WIXXER“ sowie „NEUES VOM WIXXER“, „JAZZCLUB“, „DAS BLUT DER TEMPLER“, „WAS NICHT PASST... - DIE SERIE“, „RATTEN 2“, „VOLLGAS“, „ICH BIN EIN BERLINER“ oder auch „HUI BUH DAS SCHLOSSGESPENST“.